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Palästinensische Wahlen auf September 2027 verlegt, Novembertermin aufgehoben

Von Die Redaktion von The Israel DeskErschienen:

Palästinensische Präsidentschafts- und Parlamentswahlen
Palästinensische Präsidentschafts- und Parlamentswahlen Bilder

Der palästinensische Wahlkalender richtet sich jetzt auf den 11. September 2027. Mahmoud Abbas hat die für den 28. November 2026 geplante Parlamentswahl abgesagt und mit seinem Dekret vom 10. Oktober gleichzeitige Präsidentschafts- und Parlamentswahlen angesetzt. Die Zentrale Wahlkommission besprach am 19. Oktober mit Vizepräsident Hussein al-Sheikh die Vorbereitungen für den geänderten Ablauf.

Ein neues Dekret ersetzt den Novembertermin

Nach der Mitteilung des Präsidialamts hebt die Entscheidung das Dekret Nummer 4 von 2026 auf, das die Parlamentswahl im November angeordnet hatte. Das amtliche Rechtsregister führt den Ersatz als Dekret Nummer 8 von 2026, erlassen und wirksam seit dem 10. Oktober. Neben dem Datum ändert sich der Umfang: Zur Parlamentswahl kommt die Präsidentschaftswahl hinzu.

Die arabische Übersicht der Wahlkommission zur Wahl 2026 vermerkt mittlerweile die Absage und den neuen Septembertermin. Die früheren Novemberfristen gehörten zum aufgehobenen Verfahren. Statt den im Juli angekündigten Parlamentswahlkalender abzuschließen, müssen nun zwei Abstimmungen mit gemeinsamer Zeitplanung organisiert werden.

Die Vorbereitungen laufen weiter

Kommissionsvorsitzender Rami Hamdallah besprach nach Angaben seines Hauses am 19. Oktober technische, administrative und logistische Vorbereitungen mit al-Sheikh. Hamdallah erklärte die Kommission für bereit, die gleichzeitigen Wahlen nach geltendem Recht zu organisieren und die erforderlichen Arbeiten abzuschließen.

Al-Sheikh betonte die notwendigen Rahmenbedingungen und erwähnte einen früheren Termin, falls diese rechtzeitig erfüllt würden. Beide Seiten unterstrichen die weitere Abstimmung. Im Dekret steht weiterhin der 11. September 2027. Der Gesprächsbericht nennt kein vorgezogenes Datum; diese Möglichkeit blieb ausdrücklich an Bedingungen geknüpft.

Welche Gründe die Führung anführt

Das Präsidialamt verweist auf eine Entscheidung des PLO-Exekutivkomitees und Gespräche mit palästinensischen Fraktionen. Für eine umfassende Wahl müssten politische, sicherheitsbezogene und praktische Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu solle der innerpalästinensische Dialog über bestehende Hindernisse fortgesetzt werden.

In seiner von der amtlichen Nachrichtenagentur WAFA veröffentlichten Erklärung vom 10. Oktober nannte das Exekutivkomitee ausgebliebene Sicherheitsvorkehrungen in Gaza, Zugangsprobleme für Wahlpersonal und Beobachter sowie die Sicherheit von Wählern, Kandidaten und Mitarbeitern. Das sind die von der palästinensischen Führung genannten Gründe. Das Dekret setzt einen späteren Zieltermin, während diese praktischen Fragen weiter Teil der Vorbereitung bleiben.

Die beteiligten Institutionen haben eigene Aufgaben

Die Parlamentswahl betrifft den Palästinensischen Legislativrat mit 132 Sitzen innerhalb des institutionellen Rahmens der Palästinensischen Autonomiebehörde. Die Präsidentschaftswahl besetzt ein anderes Amt. Gleichzeitige Abstimmungen verbinden die Termine, lassen die zu vergebenden Mandate aber getrennt.

Die Autonomiebehörde verwaltet öffentliche Einrichtungen. Die Palästinensische Befreiungsorganisation besitzt eigene Vertretungsorgane, darunter den Palästinensischen Nationalrat; ihr Exekutivkomitee war an der beschriebenen politischen Entscheidung beteiligt. Die Zentrale Wahlkommission organisiert die Wahl. Hamas ist eine politische und bewaffnete Bewegung, die Israel, die USA und die EU als Terrororganisation einstufen, und von diesen Institutionen getrennt.

Frühere Regeln zeigen den organisatorischen Aufwand

Die Nominierungsregeln für die abgesagte Wahl 2026 beschreiben geschlossene Listen von Parteien, Bündnissen oder Wählergruppen. Gewonnene Sitze werden nach einer vorher festgelegten Kandidatenreihenfolge vergeben. Verhandlungen über Listenplätze beeinflussen damit schon vor der Abstimmung den Zugang zum Parlament.

Vorgesehen waren 16 bis 132 Kandidaten pro Liste, gesetzlich bestimmte Frauenanteile und Positionen sowie jeweils 10.000 US-Dollar Kaution für Kandidatur und Wahlkampf. Hinzu kamen Einsprüche, Gerichtsverfahren und bevollmächtigte Vertreter. Diese Regeln betrafen den früheren Wahlgang. Für Einreichungen und finanzielle Verpflichtungen benötigen Kandidaten nun die für den neuen Ablauf geltenden Anweisungen und Fristen.

Entscheidend wird der praktische Zeitplan

Der Kommissionsbericht vom 19. Oktober behandelt die Durchführung gleichzeitiger Wahlen. Registrierung, Kandidaturen, Einsprüche, Wahlkampf und Beobachtung benötigen veröffentlichte Verfahren für den geltenden Kalender. Ein politisch vereinbartes Datum ist ein Schritt; die einzelnen Phasen geben Wählern und konkurrierenden Organisationen ihre konkreten Handlungsgrundlagen.

Maßgeblich sind jetzt das Dekret vom 10. Oktober und die anschließenden Vorbereitungshinweise der Kommission. Der Novembertermin ist aufgehoben. Angekündigt sind gemeinsame Wahlen im September 2027, deren Organisation vorbereitet wird, während die Führung weiter über die notwendigen Bedingungen berät.

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