Israels Zentralbank hält den Zins bei 3,25 Prozent, Auslandsproduktion hebt Wachstumsprognose
Von Die Redaktion von The Israel DeskErschienen:

Israels Leitzins liegt zu Beginn des Novembers weiterhin bei 3,25 Prozent. Die Bank of Israel hatte ihn am 21. Oktober unverändert gelassen. Sie erwartet stärkeres Wachstum, zu dem allerdings die Produktion israelischer Unternehmen im Ausland erheblich beiträgt. Deshalb veröffentlicht sie zusätzlich eine Prognose ohne diese Produktion, die den Aufschwung innerhalb Israels deutlicher abbildet.
Der Oktoberbeschluss bestimmt den Novemberauftakt
Der geldpolitische Ausschuss hielt am Zinssatz fest, obwohl die Jahresinflation im September auf 1,6 Prozent und damit unter die Mitte des Zielkorridors gesunken war. Er verwies auf anhaltende geopolitische Unsicherheit bei wachsender Wirtschaftsaktivität. Das Beratungsprotokoll erscheint laut Kalender am 4. November, die nächste Zinsentscheidung folgt am 23. November.
Haushalte und Unternehmen arbeiten damit unter denselben geldpolitischen Bedingungen weiter, während neue Daten eingehen. Einzelne Kredit- und Einlagenangebote hängen zusätzlich von Produkt, Laufzeit und Kreditnehmer ab. Künftige Zinsentscheidungen richten sich nach Inflation, Konjunktur, Haushaltspolitik und geopolitischer Lage.
Zwei Wachstumszahlen beschreiben unterschiedliche Aktivität
Die Forschungsabteilung prognostizierte am 21. Oktober ein Wachstum des gesamten Bruttoinlandsprodukts von 5,6 Prozent 2026 und 7,5 Prozent 2027. Ohne Auslandsproduktion lauten die Werte 3,4 und 5,1 Prozent. Nach Darstellung der Bank erfasst das zweite Maß die inländische Aktivität besser, weil Produktion israelischer Unternehmen außerhalb des Landes den Gesamtwert erheblich erhöht.
Das ist besonders für die Einordnung der Technologiewirtschaft relevant. Ein Unternehmen kann international expandieren, während Arbeitgeber in Israel Schwierigkeiten bei der Personalsuche haben. Höhere Gesamtproduktion kann deshalb mit begrenzten Kapazitäten im Inland zusammenfallen. Beide Zahlen gemeinsam zeigen den internationalen Beitrag und die heimische Erholung, deren Auswirkungen auf die lokale Arbeitsnachfrage unterschiedlich ausfallen.
Welche Bereiche die Erholung tragen
Eine weitere Mitteilung vom 21. Oktober bezifferte den Anstieg des monatlichen Wirtschaftsaktivitätsindex im September auf 0,3 Prozent. Das Maß schätzt das durchschnittliche monatliche Wachstum von Juli bis September. Dazu trugen Kartenzahlungen, Industrieexporte, Aktienindizes, Einzelhandel und Einnahmen anderer Dienstleistungen bei. Die Komponenten beziehen sich je nach Veröffentlichung auf August oder September.
Beschäftigung und offene Stellen im August sowie indirekte Steuereinnahmen im September dämpften den Anstieg. Neuere Werte wurden nach Eingang endgültiger Daten nach unten korrigiert. Das Gesamtbild zeigt weiteres Wachstum mit ungleichmäßigen Beiträgen. Die Erfolgsmeldung eines einzelnen Unternehmens bildet diese Entwicklung deshalb nur teilweise ab.
Arbeitskräfte bleiben ein Engpass
Gouverneur Amir Yaron beschrieb am 21. Oktober eine widerstandsfähige Wirtschaft, deren Erholung weiterhin Angebotsengpässen begegnet. Die Prognose unterstellt Kämpfe von relativ geringer Intensität und ein angespanntes geopolitisches Umfeld. Das erlaubt eine gewisse Entlastung, lässt die Entwicklung aber von Ereignissen außerhalb des Einflusses der Zentralbank abhängen.
Die Forschungsabteilung erwartet, dass die Inlandsproduktion selbst Ende 2027 unter ihrem Vorkriegstrend bleibt. Das Arbeitskräfteangebot dürfte unter dem Niveau liegen, das sich aus früheren Erwerbsquoten ergeben hätte. Mögliche wirtschaftliche Folgen der israelischen Wahl sind ebenfalls nicht eingerechnet. Personal- und Kapazitätspläne stützen sich somit auf ausdrücklich bedingte Prognosen.
Sinkende Inflation und verbleibende Risiken
Die Forschungsabteilung erwartet 2,0 Prozent Inflation über die vier Quartale bis zum dritten Quartal 2027 und einen durchschnittlichen Leitzins von 3,0 Prozent in diesem Quartal. Die einzelnen Beschlüsse bleiben Sache des geldpolitischen Ausschusses. Eine niedrigere Zinsprognose für später lässt sich daher mit dem Abwarten im Oktober vereinbaren.
Yaron nannte Energiepreise, Wechselkurse, Angebotsengpässe und Haushaltspolitik als Einflussfaktoren. Er verwies zudem auf stärkeren Preisdruck im Ausland. Bei einer Wirtschaft, die Energie und Waren importiert und international verkauft, wirken diese Kanäle auf die Kosten, selbst wenn die heimische Inflation nachlässt.
Was die nächsten Veröffentlichungen zeigen können
Das Protokoll vom 4. November wird die Überlegungen hinter dem unveränderten Zins genauer darstellen. Die Entscheidung am 23. November erfolgt mit neuerem Datenstand. Bis dahin prägt dieselbe Kombination die Lage: Erholung, ein größerer Beitrag aus internationaler Produktion und weiterhin begrenzte heimische Kapazitäten.
Wer Israels Wirtschaft verfolgt, sollte die Gesamtprognose mit dem daneben ausgewiesenen Inlandsmaß vergleichen. Die erste erfasst den breiteren wirtschaftlichen Beitrag. Das zweite erklärt besser die Bedingungen für Arbeitgeber, Beschäftigte und Verbraucher innerhalb Israels.
