Israel greift Tunnelausgang in Gaza an und geht getrennt gegen Hamas-Spezialisten vor
Von Die Redaktion von The Israel DeskErschienen:

Israelische Soldaten entdeckten am 25. Oktober drei Terroristen, die im Raum Chan Junis aus einem Tunnelschacht kamen. Kurz darauf griff ein Luftfahrzeug den Schacht und die Männer an, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Die Armee meldete Treffer und Folgeexplosionen, die sie als Hinweis auf Waffen im Schacht bewertete.
Der Tunnelausgang machte eine unmittelbare Bedrohung sichtbar
Nach Angaben der Armee lag der Ort westlich der Gelben Linie, der militärischen Trennlinie im Rahmen der Waffenruhe in Gaza. Ihr Bericht vom 26. Oktober beschreibt einen Ablauf vom Erkennen der drei Männer bis zum Luftangriff. Ihre Namen wurden nicht genannt; auch eine Eliminierung aller drei bestätigte die Armee nicht.
Die Folgeexplosionen gehören zur militärischen Darstellung des Angriffs. Sie stützen die Einschätzung, dass Waffen vorhanden waren. Öffentlich liegen jedoch weder eine Bestandsliste noch Angaben zur Munition vor. The Israel Desk konnte keine unabhängigen Informationen zum vollständigen Verlauf oder zu den Abmessungen des Tunnels finden.
Getrennte Angriffe auf Geheimdienst und Pionierkräfte
In einer weiteren Mitteilung desselben Tages meldeten die Armee und der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet die Eliminierung von Muhammad Halawa, einem Kommandeur im militärischen Nachrichtendienst des bewaffneten Hamas-Flügels. Dieser Einsatz fand am 24. Oktober statt.
Die Armee bezeichnete außerdem Ahmad Zuhair Fuad Abu Ouda als Pionierkommandeur der Hamas, der in der Vorwoche bei einem anderen Angriff eliminiert worden sei. Beide Männer hätten Terroroperationen gegen israelische Soldaten und Zivilisten vorangetrieben und am Wiederaufbau der Hamas-Fähigkeiten gearbeitet. Es handelt sich um getrennte Fälle mit unterschiedlichen Daten. Keiner der beiden wurde als einer der drei Männer am Tunnelausgang identifiziert.
Eine Scharfschützenstellung und weitere Kräfte
Der Abendbericht ergänzte weitere Angaben. Nach Darstellung der Armee wurden am 25. Oktober zwei Mitglieder des Palästinensischen Islamischen Dschihad sowie ein Hamas-Scharfschütze eliminiert, der Angriffe auf israelische Kräfte vorbereitet hatte. Unabhängig davon meldete sie die Eliminierung eines Hamas-Nukhba-Zellenführers im Norden Gazas am Wochenende.
Die Armee berichtete zudem, im Norden Gazas ein Gebäude entdeckt und zerstört zu haben, das als Scharfschützenstellung gegen ihre Soldaten diente. Insgesamt betreffen die Mitteilungen Personal, eine Feuerstellung und unterirdische Infrastruktur, nicht einen einzelnen Zugriff oder eine einzige Zielgruppe.
Was die Einsätze über die laufende Aufgabe zeigen
Die Armee beschrieb die Bemühungen der angegriffenen Kräfte um den Wiederaufbau militärischer Fähigkeiten als wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe. Das geschilderte operative Problem reicht über eine sichtbare bewaffnete Gruppe hinaus: Nachrichtendienstpersonal, Pionierwissen, Tunnelzugänge und Scharfschützenstellungen können jeweils neue Angriffe ermöglichen.
Die veröffentlichten Berichte nennen einzelne Maßnahmen, bieten jedoch keine abschließende Bilanz der verbleibenden Stärke der Hamas. Auch der erhaltene Anteil ihres Tunnelnetzes lässt sich daraus nicht berechnen. Für die Beobachtung des Einsatzgeschehens ist vor allem der anhaltende Versuch erkennbar, unmittelbare Gefahren und jene spezialisierten Fähigkeiten zu unterbrechen, mit denen Terrororganisationen sich wieder aufbauen.
